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Myanmar 2015

New Zero Art Space

Wird geleitet von Aye Ko, Maler, Performancekünstler, Geschäftsmann und Projektentwicker im Erziehungsbereich in einer Person. Hier verbrachten wir im Rahmen des Artist in Residence Program den größten Teil des Januars. New Zero Art Space im quirligen Township Dagon gelegen, ist eine einzigartige Einrichtung in Yangon. Treffpunkt von jungen Künstlern, Galerie und eben auch ein Forum für internationale Künstler.
"Fields of Vision"
Bei unserer Arbeit in Yangon wurden wir von den Mitarbeiterinnen von New Zero unterstützt. Sie suchten mit uns Interviewpartner auf und übersetzten . Ebenfalls behilflich waren sie bei der Erstellung unseres Infomaterials und der Übersetzung ins Birmanesische für unsere Präsentation. Besonders spannend war für uns, dass wir unsere Interviewpartner in ihrer Lebenswelt in den verschiedensten Zusammenhängen aufsuchen konnten. Danken möchten wir Aye Ko, allen seinen Mitarbeiterinnen und Franz Xaver Augustin, dem Leiter des Goetheinstitut in Myanmar, für seine Unterstützung.
Am 10. Januar stellten wir unsere Arbeit in einer kleinen Präsentation in New Zero vor. Nach der Auswertung unserer Präsentation (work in process) ergaben sich für uns in der An- und Zuordnung der Portraits veränderte Leitkriterien. Die Idee entstand, für jedes Portrait, eine Entsprechung in Asien bzw. in Europa zu finden, um einen signifikanteren Vergleich zu ermöglichen.
Gegensätze

Das Land hat uns buchstäblich den Atem geraubt.  Waren wir uns in Thailand und Vietnam der herrschenden Gegensätze bewusst geworden, so hat das, was wir in Myanmar sahen all unseren bisherigen Vorstellungen, um Längen geschlagen. Man tritt aus der prachtvollsten Pagode, um gleich um die Ecke knöcheltief im Müll und im Unrat zu versinken.  Wunderbar angelegte Parks, mit hippen, fröhlichen jungen Menschen Hütten am Straßenrand, Leben auf der Straße, mit Abfällen zugemüllte Flüsse, feinste Restaurants, Prachtbauten, die meist expandierende Konzerne beherbergen.

Menschen

Nicht die Pagoden, nicht  die historischen Plätze, nicht die außergewöhnliche Landschaft machen den Zauber dieses Vielvölkerstaates aus, sondern seine Menschen. 135 ethnische Gruppen sind offiziell registriert. Für uns sichtbar an der Vielfalt der Hautschattierungen, der Kleidung und an der sozialen Stellung.  In Yangon existieren verschieden Glaubensrichtungen nebeneinander. So hört man in einem Ohr den Muzin, im anderen die immer wiederkehrenden Rezitationen buddhistischer Gesänge und man sieht Kirchen, Relikte aus der Kolonialzeit.
Überall das brodelnde Leben, das sich auf der Straße abspielt. Der Fremde, der sich in Downtown verirrt, wird öfters mit einem „where are   you going“ erstaunt angesprochen, aber immer freundlich. Viele junge Menschen, die das Bevölkerungsbild bestimmen, suchen, ein kleines Gespräch mit den Fremden. Ganz anders auf dem Land, hier herrscht nicht das ununterbrochene Geschäfte machen, sondern der gleichmäßige Gang der Dinge, so wie es schon immer war.
Reise
Nach zweieinhalb Wochen Hektik in Yangon, endlich raus aus der Stadt. An flachem, ausgedörrtem Land, rast unser Bus auf der einzigen Autobahn des Landes Richtung Mandalay, der letzten Station des ehemaligen Königreiches Birma. Mandalay strahlt eine wesentlich entspanntere Atmosphäre aus, als Yangon, und lässt sich ebenso entspannt entdecken. Das ehemalige Palastgelände, das leider nicht mehr in seiner ganzen Pracht bewundert werden kann, da es 1945 von den Engländern zerstört worden ist und Myanmar hat es leider etwas rudimentär teilweise wieder aufgebaut hat, ist eine der zentralen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Viele Tempelanlagen aus unterschiedlichen Zeitepochen, konnten wir mit einem privaten Guide rund um Mandalay besuchen.
Die Reise von Mandalay nach Bagan legten wir auf dem Flussdampfer in "slow motion" zurück. Der Ayeyarwady Fluss bot uns immer wiederkehrende Motive bäuerlichen Lebens. Wasserbüffel bei der Arbeit, oder frei umherschweifend, kleine Ansiedelungen, Fischerboote, Menschen in und am Fluss.
Bagan, kann man mit Worten nicht beschreiben, es würde kitschiger werden als eine Karte mit Sonnenuntergang Motiv. Deshalb noch eine kritische Anmerkung: So viel Exotik und Schönheit hat natürlich einen Preis. Der Preis ist der Verlust ist der "Unschuld" der Kinder. An keinem anderen Ort in Myanmar haben wir so viele organisierte Kinderbanden gesehen, die versuchen den Touristen etwas anzudrehen. Wie sollte es auch anders sein, werden doch täglich in Bagan unzählige organisierte Reisen durchgeschleust.
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