.Inszenierung

"Graefenitz"

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Sie galt als Hure, Landfremde, gar als Landverderberin: Grävenitz, die Mätresse Eberhard Ludwigs, des Herzogs von Württemberg. Von ihren damaligen politischen Gegnern geprägt, blieb dieses negative Bild bis heute bestehen. Denn die beginnende bürgerliche Öffentlichkeit wagte nicht, den Absolutismus anzugreifen. Sie meinte zwar den Herzog, trafen aber die Mätresse.
Das Stück versucht ein anderes Licht auf die Landgräfin Christina Wilhelmina von Würben zu werfen. Sie war eine Frau, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten Politik machte. Eine Frau, die den adligen Diskurs am Hof beherrschte, sich den damaligen Gepflogenheiten für ihr Geschlecht abernicht unterwerfen mochte sondern sich die Tatsache zu Nutze machte, dass sie des Herzogs Favoritin war. Der Monolog für die Schauspielerin bedient sich einiger Zitate aus damaligen Veröffentlichungen, bleibt aber sprachlich in Distanz zur damaligen Welt.

Äußerst interessant ist auch die reduzierte, bildnerische Inszenierung des Projektes: ein 27 qm umfassender Kubus, einige historische Abbildungen und neutrale Kleidung. Dazu eine Klangkollage.

Andreas Hoffmann - Regie, Installation, Sound
Artur Ulmer - Text
Lisa Kraus - Schauspiel

2003 zur 300 Jahrfeier des Ludwigsburger Schlosses

Die bildnerische Installation besteht aus einem 3 m x 3 m großen Kubus, dessen Seiten mit Stoff bespannt sind. Im Innenraum hängen lebensgroße Schattenrisse historischer Abbildungen. Der Kubus ist von innen beleuchtet. Die Figuren bilden sich als Schatten auf der Außenwand ab.

Beschallt wir der Kubus mit einer Soundcollage aus Versatzstücken von Geräuschen und Kompositionen von Niccolo Jommelli (1714 - 1774)

In diesem Kubus agiert und spricht die Schauspielerin. Dieses Spiel geht ca. 35 Min. Wiederholte Aufführungen des Spieles sind möglich. Licht, Sound und die Installation selbst können zeitlich unbegrenzt laufen.